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Meldungen

Gesamt: 24 Treffer

Kampfeslust ist ungebrochen

27.03.2017

HOCKENSBERG. Viel Zeit brauchte Marcus Martens für die Regularien in der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend im Golf- und Gartencafé Garms in Iserloy nicht. Jahresrückblick und Vorstandswahlen waren schnell abgehakt. Viel intensiver war der Bericht über das Gewerbe- und Industriegebiet in Hockensberg. „Ich habe den Begriff Industriegebiet extra gewählt. Denn in einem solchen Gebiet kann 24 Stunden am Tag gearbeitet werden. Solche Flächen lassen sich noch verkaufen“, so der Vorsitzende.

Er erinnerte daran, dass das „Industriegebiet 1.0“ per Klage vor Jahren abgewiesen wurde. Das „IG 2.0“ hatten alle Fraktionen verworfen, aber nicht aus dem Flächennutzungsplan gelöscht. In 2015 kam das Thema für „IG 3.0“ wieder auf den Tisch. Mit mehrheitlichem Entschluss wurden damit die Planungen wieder aufgenommen.

„Kommt das Industriegebiet, dann ist das ein Geschwür, was weiter wachsen wird“, mutmaßte Martens. „Wir werden versuchen, es zu verhindern. Wir bleiben kampfeslustig.“ Martens betonte, dass zusätzliche Anwälte beauftragt werden sollen. Auch die Arbeitsgruppe mit ihm, Fokke Stöver, Astrid Busch, Heinrich Voß und Peter Gremmert werde weitere Maßnahmen besprechen.

Dazu könnte auch eine Unterschriftensammlung gehören. 400 Unterzeichner würden reichen, um den Rat zu einer neuen Abstimmung zu zwingen. Allerdings würde das wohl kaum einen anderen Beschluss ergeben, meinte Gremmert. Bis auf die Liberalen sind CDU, SPD und Grüne für das Gewerbegebiet. Dierk Garms (FDP) sprach von politischer Isolation.

Mit den Planungen würde Geld des Steuerzahlers ohne Gegenwert ausgegeben, hieß es. Auch wenn es Fördergelder gebe, müsse zum tatsächlichen Quadratmeterpreis verkauft werden. „Sonst haben wir hier versteckte Investitionen, was nach EU-Vorgaben verboten ist“, meinte Gremmert. Damit seien die Quadratmeterpreise zu hoch im Vergleich zu anderen Flächen, hieß es. Zur Sprache kam die Alternativfläche an der B 213. Aber auch dort befürchten die Hockensberger langfristig ein wachsendes Industriegebiet. Sie sehen dafür keine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Vor der Diskussion waren die 2. Vorsitzende Bianca Garms, Schriftführer Fokke Stöver und Pressewart Heinrich Voß wiedergewählt worden.

Nach einem Imbiss stellten Heinrich Boning und Alfred Panschar ihr Buch „Sie ließen keine Gelegenheit aus – Eine historische Reise durch die Gastronomie der Stadt Wildeshausen“ vor.

Der nächste Termin für den Heimatverein ist am Sonnabend, 1. April. Die Hockensberger treffen sich zur Aktion saubere Landschaft um 14 Uhr beim Garten- und Golfcafé Garms in Iserloy.

Quelle: NWZ vom 24.03.2017 - Peter Kratzmann

Gemeinde bleibt weiter Schuldenfrei

18.03.2017

Nicht weniger als 18 Tagesordnungspunkte beschäftigten den Rat der Gemeinde Dötlingen am Donnerstagabend im „Schützenhof“ Brettorf. Das Hauptaugenmerk lag auf der Verabschiedung des Haushaltsplans für das laufende Jahr.

Den Reigen der Stellungnahmen aus den vier Fraktionen im Rat eröffnete traditionsgemäß der Vorsitzende des Finanzausschusses. Für Claus Plate(FDP) war es der erste Bericht in dieser Funktion, gleichwohl aber die elfte Beratung zu einem Gemeindehaushalt. „Wir planen jetzt mit einem Defizit im Ergebnishaushalt von rund 2,2 Millionen Euro und Investitionen im Finanzhaushalt von 4,5 Mio. Euro bei Schuldenfreiheit“, erklärte Plate eingangs.

Auf der Einnahmenseite (9,74 Mio. Euro) bildet die Gewerbesteuer mit 3,30 Mio. Euro den dicksten Brocken, gefolgt von der Einkommenssteuer (2,59 Mio. Euro). Auf der Ausgabenseite sind Transferaufwendungen mit 4,37 Mio. Euro notiert (davon Kreisumlage 2,84 Mio. Euro, Gewerbesteuerumlage 600 000 Euro, allgemeine Umlagen 228 900 Euro).

Die der Doppik geschuldeten Abschreibungen belaufen sich auf 1,5 Mio. Euro, die Personalkosten verschlingen knapp 3,5 Mio. Euro. Davon entfallen auf die Bauhof-Mitarbeiter 291?000 Euro und auf die Kinderbetreuung 877 000 Euro. Auf der Ausgabenseite haben sich die Personalkosten um 500 000 Euro erhöht. Mehr Personal für mehr unerledigte Aufgaben sei notwendig. „Es kann nicht sein, dass wir noch keine Bilanz von 2010 vorliegen haben.“ Das sei ein Verstoß gegen das Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz. „Zum Glück benötigen wir keine Kredite“, sprach Plate Tacheles und formulierte dies auch zum Antrag.

Mehr Transparenz und entsprechende zusammengefasste Information schon bei der ersten Beratung wünschten sich alle Ratsmitglieder. Die allgemeine Bürgermeistervertreterin und Kämmerin Katrin Albertus-Hirschfeld: „Ich bin nicht sicher, ob wir all die Wünsche erfüllen können.“ Sie vertrat Bürgermeister Ralf Spille.

Zwar seien die Hauptkosten in den Kindergärten, Hort und Krippen der Gemeinde zu finden (gut 1,2 Mio. Euro), aber das sei gut investiertes Geld, so Plate weiter. „Angesichts einer aktuellen Kassenlage von 6,07 Mio. Euro und der leicht gestiegenen Einwohnerzahl kann ich dem Haushalt zustimmen.“

Dem folgten die Ratsmitglieder einstimmig. Einzig der Punkt von 115 000 Euro im Investitionshaushalt für die ausführende Planung, nicht Bauleitplanung, sollte auf Antrag der FDP mit einem Sperrvermerk versehen werden. Der Antrag fand keine Mehrheit.

Quelle: NWZ vom 18.03.2017 - Peter Kratzmann

Das ist wilder Aktionismus

18.03.2017

Hockensberg - Das geplante interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet am Brakland in Hockensberg bleibt ein Streitthema. Das zeigte sich am Donnerstagabend während der Sitzung des Dötlinger Gemeinderates im Brettorfer Schützenhof. Dort wollte Hauptamtsleiterin Katrin Albertus-Hirschfeld stellvertretend für den Bürgermeister eigentlich nur über den aktuellen Stand informieren. Die Folge war eine von der FDP angestoßene Diskussion – zum einen ging es den Liberalen erneut um den Standort, zum anderen um die 115?000 Euro, die als Planungskosten im investiven Bereich des Haushaltsplanes stehen.

Laut Albertus-Hirschfeld liegt der Verwaltung seit der vergangenen Woche ein Vertragsentwurf vor, der die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Kommunen regeln soll. Bekanntlich möchte Dötlingen das Gebiet gemeinsam mit der Stadt Wildeshausen, der Gemeinde Prinzhöfte und der Samtgemeinde Harpstedt entwickeln. Der Landkreis Oldenburg habe Unterstützung zugesagt und werde die Beratungskosten mit 25 Prozent bezuschussen, so Albertus-Hirschfeld. Der Vertragsentwurf werde derzeit geprüft und müsse dann den Räten aller Beteiligten zur Abstimmung vorgelegt werden.

Untersuchungen laufen bald an

Die Untersuchungen zur verkehrstechnischen Erschließung sowie zur Schmutz- und Regenwasserbeseitigung sollen demnächst anlaufen. Bei Letzterer gelte es zu ermitteln, ob das Abwasser besser in Richtung Wildeshausen oder Harpstedt geleitet wird. „Hier hat die Stadt Wildeshausen ein Büro beauftragt, das sich der Problematik annimmt“, berichtete Bauamtsleiter Uwe Kläner. Er informierte zudem darüber, dass derzeit „Vogelzähler vor Ort sind“.

Aufgrund der interkommunalen Zusammenarbeit sei die Maßnahme förderfähig. Dies habe laut Albertus-Hirschfeld ein Vertreter der NBank bestätigt. Die Gemeinde hat für dieses Jahr nicht nur Mittel im Ergebnishaushalt bereitgestellt, sondern auch 115?000 Euro im investiven Bereich, wobei sie eine Beteiligung der Partner in Höhe von 55 Prozent erwartet. Die FDP hätte diese Summe gerne mit einem Sperrvermerk versehen, „so lange der Rat noch keinen Einblick in den Vertrag hatte“, begründete der Fraktionsvorsitzende Claus Plate. Einen entsprechenden Antrag lehnte das Gremium aber mit großer Mehrheit ab. „Wir wollen schließlich wissen, was für Kosten auf uns zukommen. Und das erfahren wir nur, wenn wir Mittel für Untersuchungen wie die Abwasserbeseitigung zur Verfügung stellen“, sagte Rudi Zingler (SPD). Gabriele Roggenthien (Bündnis90/Die Grünen) fragte sich, was die Spielerei der FDP soll. „Entweder will man Geld im Etat haben oder man will es nicht.“

SPD will klares Statement

Auf die Liberalen trifft wohl Letzteres zu. Sie hatten schon damals bei der Standortentscheidung gegen das Brakland gestimmt. „Und wir sind nach wir vor gegen die Entwicklung“, betonte Constanze Wegjahn. „Wir graben hier ein totgeglaubtes Kind wieder aus.“ Wegjahn sprach von wildem Aktionismus. Angesichts der bevorstehenden Klagen der Einwohner sei eine Umsetzung fraglich – und zeitnah schon gar nicht realisierbar. Wie auch Plate plädierte sie dafür, stattdessen ein langfristiges Konzept zu entwickeln und sich dabei nicht nur auf Harpstedt und Wildeshausen, „die seit Jahren nichts auf die Reihe bekommen haben“, zu konzentrieren. „Wir sehen einzig in Großenkneten eine Entwicklung, und die haben wir nicht im Boot“, kritisierten sie. Das Millionenprojekt wirft laut Plate einfach noch zu viele Fragen auf. „Wir sollten deshalb alle an einen Tisch holen und Ideen für die Zukunft entwickeln.“

Der SPD stellt sich erst einmal nur eine entscheidende Frage. Wie steht Wildeshausen wirklich zu dem Vorhaben? Denn aus der Kreisstadt höre man immer wieder Gerüchte. „Unter anderem, dass wir es nicht auf die Reihe kriegen würden“, teilte Thore Güldner mit. „Wir wünschen uns deshalb ein klares, offizielles Statement der Bürgermeister.“ Generell begrüßten die Sozialdemokraten aber, dass es jetzt weitergeht – ebenso wie die CDU. Dessen Fraktionsvorsitzender Willi Niehoff betonte, dass sich in Hockensberg „nichts entwickeln soll, was von uns nicht gewünscht ist“.

Quelle: Wildeshauser Zeitung vom 18.03.2017 - Tanja Schneider

Längere Betreuungszeiten und eine Krippe in Brettorf?

01.09.2016

Brettorf - Die Situation im kommunalen Kindergarten „Filibuster“ in Brettorf ist derzeit Thema bei den Parteien. Am Donnerstag informierten sich die Liberalen vor Ort, Freitag ist die SPD-Fraktion zu Gast, um sich ebenfalls ein Bild zu machen. Konkret geht es um die Erweiterung des Angebotes. Die Elternvertreter sehen nicht nur den Bedarf für längere Öffnungszeiten, sondern wünschen sich zudem eine Betreuung für Kinder ab einem Jahr. So könne auch der Erhalt der Einrichtung gesichert werden.

Die Zahlen sind rückläufig. derzeit wird die Kita von 25 Mädchen und Jungen in zwei Gruppen besucht, ausgelegt war sie ursprünglich mal für 50. Den Grund für den Rückgang sehen die Elternvertreter zum einen darin, „dass viele gar nicht wissen, dass in Brettorf auch Kinder ab zwei Jahren aufgenommen werden“. Zum anderen sei eine fehlende Krippe ursächlich, die die Kindergärten in Dötlingen und Neerstedt haben. „Und geht ein Kind erst einmal dort zur Krippe, besucht es da auch den Kindergarten“, meinen Annette Vosteen, Katrin Freese und Renate Steenken. Die Elternvertreter machen sich Sorgen um den Erhalt der Brettorfer Einrichtung und haben sich deshalb an die Parteien gewandt.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Claus Plate gestand ein, dass die Kitas in Dötlingen und Neerstedt in den vergangenen Jahren an Attraktivität gewonnen hätten und Brettorf etwas vernachlässigt worden sei. Er fragte nach dem Bedarf und auch den Voraussetzungen, die für eine Krippe notwendig sind. Laut Kita-Leiterin Gudrun Löhlein gibt es Möglichkeiten, die Einrichtung so anzupassen, dass eine Betreuung von Kindern ab einem Jahr angeboten werden könnte. „Anfragen von Müttern mit so kleinen Kindern bestehen ebenfalls. Nur aufnehmen dürfen wir sie nicht“, bedauerte sie. Bedarf sehen auch die Elternvertreterinnen. „Die Krippen in Neerstedt und Dötlingen sind voll. Wir wissen von Eltern, die sich Sorgen machen keinen Platz zu bekommen, nach Wildeshausen ausweichen oder sich Tagesmütter suchen“, berichteten sie.

Um den Belangen der Eltern gerecht zu werden, seien zudem längere Betreuungszeiten sinnvoll. Derzeit gibt es eine Sonderöffnung bis 15 Uhr. Gewünscht sind eine Betreuung bis 17 Uhr sowie ein Frühdienst ab 7 Uhr. „Denn manche Eltern haben einfach lange Wege bis zur Arbeit“, ergänzte Löhlein.

Quelle: Wildeshauser Zeitung vom 25.08.2016 - Tanja Schneider

Kritik an Zustand und Nutzung

20.08.2016

Radwege beschäftigen die FDP

Etwas unzufrieden ist die Dötlinger FDP mit der Radwegesituation. Die Mitglieder monierten während eines Ortstermines am Freitag vor allem den Zustand einiger Wege im Golddorf sowie auch das Verhalten mancher Fahrradfahrer. „Trotz entsprechender Schilder nutzen viele nicht den Radweg, sondern fahren auf der Straße“, erläuterte Ernst-August Bode. „Ich schätze, drei Viertel.“ Dies könne an bestimmten Stellen zu brenzligen Situationen führen.

Sowohl am Rittrumer Kirchweg als auch am Heideweg stehen blaue Schilder, die den Fußgängern und Radfahrern einen gemeinsamen Weg anzeigen. „Dies bedeutet, dass er auch für Radfahrer benutzungspflichtig ist“, informierte Bauamtsleiter Uwe Kläner. Die Gründe, weshalb Radler dennoch auf die Straße ausweichen, sind bekannt. Zum einen liegt es an der Oberfläche – innerorts sind die Wege gepflastert, viele Radfahrer bevorzugen aber Asphalt. Zum anderem ist es der Zustand mancher Wege. „Entlang des Heide- sowie des Rittrumer Kirchweges sind sie alt und baufällig“, sagte der Fraktionsvorsitzende Claus Plate. Einmal im Jahr begutachte die Gemeinde die Radwege und nehme Ausbesserungen vor. „Ansonsten wäre es natürlich hilfreich, wenn die Bürger schadhafte Stellen melden“, meinte er.

Ein Problem sei zudem der Bewuchs. „Die Wege selbst werden mit einer Wildkrautbürste gepflegt. Die Zeiten von Glyphosat sind ja vorbei“, erläuterte Kläner. Der Bewuchs, der von privaten Grundstücken auf die Wege reicht, müsse allerdings von den entsprechenden Anliegern zurückgeschnitten werden. Erinnernde Schreiben verließen regelmäßig das Rathaus.

Zumindest am Heideweg ist Besserung in Sicht. Denn im Zuge des Straßenausbaus soll auch der Radweg gemacht werden. Allerdings wird gepflastert und nicht asphaltiert. „Letzteres würde die Pflege vereinfachen“, so Kläner. Eine Möglichkeit wäre Beton unter dem Pflaster. Dies wäre teurer, aber pflegeleichter. Fraglich sei die Verkehrsregelung nach dem Ausbau. Theoretisch könnte die zuständige Behörde die bisherige Regelung, sprich die blauen Schilder, für den Heideweg aufheben. Die Radler könnten dann die Straße nutzen. Diese Idee stieß bei der FDP nicht auf Wohlwollen. Denn gerade außerorts seien Fahrzeuge schneller unterwegs und könnten Radler leicht übersehen. - ts

Quelle Wildeshauser Zeitung vom 20.08.2016 -- Tanja Schneider

Nach 40 Jahren verlässt Bode die politische Bühne

26.07.2016

Ein Gespräch über Streitkultur, Kreisverkehre und Schulen

Ostrittrum - Von Tanja Schneider. Kommunalpolitik ohne Ernst-August Bode? Für manch einen im Landkreis Oldenburg ist dies schwer vorstellbar. Immerhin mischt der Liberale seit vier Jahrzehnten mit. 28 Jahre lang saß er im Dötlinger Gemeinderat. Seit 1991 gehört Bode dem Kreistag an. „Nun ist es genug“, sagt der Ostrittrumer, der am Sonnabend seinen 77. Geburtstag feiert. Bei der Kommunalwahl am 11. September tritt er nicht wieder an. Es sei an der Zeit, kürzer zu treten und Aufgaben abzugeben.

Auf die vergangenen 40 Jahre blickt er mit gemischten Gefühlen zurück. Es gab Entscheidungen, über die er sich sehr gefreut habe, aber auch solche, die ihn richtig gewurmt hätten. „Insgesamt gesehen, war es eine schöne Zeit“, sagt Bode, dessen Steckenpferde immer die Bildungspolitik sowie der Straßen- und Radwegebau waren. Bei seinen politischen Mitstreitern ist er unter anderem für seine Hartnäckigkeit, hitzige Diskussionen und seine Vorliebe für Kreisverkehre bekannt. „Von Letzteren bin ich wirklich ein Fan. Wir haben im Landkreis viel zu wenige“, bestätigt er. Auch eine gesunde Streitkultur sei nicht zu verachten. „Sie hat sich leider im Laufe der Zeit verändert. Das beklage ich.“ Gerne erinnert er sich an Jahre, in denen es während der Sitzungen noch hitzige Debatten gab. „Mit Manfred Rebensburg und Linda Vietor im Kreistag ging das früher besonders gut. Nun muss man schon selbst eine Diskussion anzetteln, sonst passiert nichts“, sagt er. „Heutzutage wird leider viel im Vorfeld abgesprochen. Ein Großteil, wenn nicht sogar 95 Prozent der Entscheidungen sind einstimmig“, berichtet er.

„Man darf sich nicht unterkriegen lassen.“

Ohnehin habe die Politik früher zu Zeiten der Eingleisigkeit, als es noch keinen haupt-, sondern einen ehrenamtlichen Bürgermeister gab, größeren Einfluss gehabt. „Mittlerweile gibt die Verwaltung ja viel vor, und so einiges wird von der Politik nur abgehakt“, bemängelt er. Sein Tipp für künftige Rats- und Kreistagsmitglieder lautet deshalb: „Man darf sich nicht unterkriegen lassen, auch nicht von der Verwaltung.“ Die Politik müsse ihren Gestaltungsspielraum nutzen. In diesem Zusammenhang wäre auch mehr Bürgernähe wünschenswert.

Gut kann sich Bode noch an seine erste Sitzung als Dötlinger Ratsherr im Jahr 1976 erinnern. „Da ging es gleich ans Eingemachte. Wir mussten den ehrenamtlichen Bürgermeister wählen“, blickt Bode zurück. Die FDP bildete seinerzeit eine Gruppe mit der SPD. Um sich gegen die CDU durchsetzen zu können, sicherte man sich noch die Stimme des damaligen NPD-Abgeordneten. „Das war schon ein heißes Eisen“, so Bode über seine erste Ratserfahrung. Es führte aber zum Erfolg – Otto Flege wurde Bürgermeister.

Eines der großen Streitthemen während seiner Zeit im Gemeinderat sei die Ansiedlung der BEB gewesen. Der Erdgasporenspeicher stieß nicht bei allen auf Gegenliebe. „Die dadurch eingenommene Gewerbesteuer kam letztlich aber der gesamten Gemeinde zugute“, weiß der Ostrittrumer, der aus einem durch und durch liberalen Elternhaus stammt. Schon im Alter von 16 Jahren trat er den Jungdemokraten bei, 1959 folgte der FDP-Beitritt. „Zwei oder drei Jahre später habe ich erstmals bei einer Kommunalwahl kandidiert“, erinnert sich der in Hohenkirchen (Landkreis Friesland) geborene Bode. Damals wollte er in den Oldenburger Stadtrat. Nach seiner Heirat 1967 verschlug es ihn nach Ostrittrum. Fünf Jahre später startete er seinen ersten Versuch, in den Dötlinger Gemeinderat einzuziehen – und scheiterte knapp. „Wegen Stimmgleichheit musste gelost werden“, erinnert sich Bode, der den Kürzeren zog. Vier Jahre später klappte es dann. Fast drei Jahrzehnte lang gestaltete er die Geschicke der Kommune mit, ehe er kurz vor Ablauf der Ratsperiode sein Mandat niederlegte. Jüngere sollten ran, er konzentrierte sich auf die Arbeit im Kreistag.

Bode ärgerst sich über langsamen Schulausbau

Und dort gab und gibt es so einige Themen die ihm am Herzen liegen. „Neben dem Umwelt- und Naturschutz ist es vor allem die Bildungspolitik“, sagt Bode, der in diesem Zusammenhang etwas ungeduldig ist. „Der Ausbau der kreiseigenen Schulen geht mir einfach zu langsam. Das sind Dauerbaustellen“, kritisiert er. „Ich sage immer: Es ist schön, dass wir keine Schulden machen, aber wir machen uns schuldig, wenn wir dem Nachwuchs keine optimalen Unterrichtsmöglichkeiten zur Verfügung stellen.“ Noch mehr könnte sich der Liberale beim Thema „Windkraft“ ärgern. „Unser Antrag im Kreistag auf 1?000 Meter Abstand zwischen Anlagen und Wohnhäusern ist bis heute nicht behandelt worden“, moniert er. Positiv haben sich seiner Meinung nach der Radwegebau und die Wirtschaft entwickelt.

Der FDP bleibt Bode erhalten. So manches Thema wird er weiterhin verfolgen. Ansonsten freut sich der zweifache Opa, nun mehr Zeit mit der Familie, im Garten, auf dem Rad und auf dem Hochsitz verbringen zu können. „Vielleicht fange ich auch an zu schreiben“, überlegt er. „Es gibt viele Dinge, die es wert sind, festgehalten zu werden.“

Quelle: Wildeshauser Zeitung vom 26.07.2016 - Tanja Schneider

Gemeinde verliert Gewerbesteuer

25.07.2016
Verärgerte Wieker-Gruppe verlegt Firmensitz nach Delmenhorst
Geschäftsführer Gremmert spricht von 120 000 Euro, die jährlich an Gewerbesteuer in Dötlingen gezahlt wurde. Das Geld erhält nun Delmenhorst.

HOCKENSBERGDie im Juni vom Dötlinger Gemeinderat getroffene Entscheidung, die Planung für das interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet „Brakland“ in Hockensberg fortzusetzen, hat erste Konsequenzen. Die Wieker-Gruppe hat aus Frust über diese Entscheidung ihren Firmensitz von Dötlingen nach Delmenhorst verlagert.

Damit gehen der Gemeinde Dötlingen nach Angaben von Geschäftsführer Peter Gremmertjährlich 120 000 Euro an Gewerbesteuer verloren. Er geht davon aus, dass die Gemeinde die für 2015 und 2016 bereits geleistete Gewerbesteuer zurückzahlen muss. Über das Geld darf sich künftig die Stadt Delmenhorst freuen.

Hinter der Wieker-Gruppe steht der RDG-Gebäudeservice mit deutschlandweit acht Niederlassungen und 5000 Mitarbeitern. Der Verwaltungssitz ist in Delmenhorst. Den Firmensitz hatte die Wieker-Gruppe aber in der Gemeinde Dötlingen. Sowohl Geschäftsführer Gremmert als auch die Inhaber Heinz Wieker und Astrid Busch wohnen in Hockensberg. Das geplante Gewerbegebiet entstünde genau gegenüber ihren Höfen. Die 32 Hektar große Fläche liegt zwischen der Straße Brakland, der Iserloyer Straße und der Bundesstraße 213.

„Wir haben mehrere Gespräche mit der Gemeinde geführt“, erklärte Gremmert. „Wir sind nicht gegen ein Gewerbegebiet in Hockensberg. Wir halten den Standort aber nicht für geeignet.“ Die Erschließung dieser Fläche würde Millionen kosten. „Die bessere Alternative befindet sich auf der anderen Seite der B??213 und grenzt direkt an das Gewerbegebiet Simmerhausen“, meint Gremmert.

Er kündigte Klage gegen das Gewerbe- und Industriegebiet an, sollte der Standort Brakland umgesetzt werden. Vor 20 Jahren war in Hockensberg schon einmal ein Gewerbegebiet von Bürgern verhindert worden.

Geplant wird das interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet von der Gemeinde Dötlingen, der Stadt Wildeshausen, der Samtgemeinde Harpstedt und der Gemeinde Prinzhöfte.

Nach Aussagen der FDP-Ratsfraktion, die gegen die Fläche Brakland und für die Alternative Kellersberg votiert hatte, verliert die Gemeinde mit der Wieker-Gruppe einen ihrer größten Steuerzahler. Wie Peter Gremmert gegenüber der FDP-Fraktion bestätigte, fielen auch die Spenden der Wieker-Stiftung für Vereine und Institutionen in der Gemeinde Dötlingen weg.

Landkreis kann Unmut vorerst nicht beruhigen

14.07.2016

Dorfgemeinschaft Klattenhof schreibt Brief an Carsten Harings

Die zeitlich lange Vollsperrung der Kreisstraße 327 in Immer und Klattenhof verärgert die Bewohner. Die Anbindung an die B 213 ist zudem gesperrt.

IMMER/KLATTENHOFRund 20 Bewohner aus Klattenhof und Immer sind am Dienstagabend zum Ortstermin gekommen, um über die Bauarbeiten an der Kreisstraße 327 (die NWZ? berichtete) zu sprechen. Die Bewohner sind verärgert über die lange Zeit, in der die Straße voll gesperrt ist. Ernst-August Bode (FDP), Vorsitzender des Bau- und Straßenausschusses beim Landkreis, sagte dazu: „Wenn eine Vollsperrung notwendig ist, muss daran gearbeitet werden, diese so schnell wie möglich wieder zu beseitigen.“

Die Anwohner haben ihren Unmut bereits an Landrat Carsten Harings herangetragen. Am 30. Juni schickten der Bezirksvorsteher Klattenhof, Hartmut Menkens, sowie Anke Holtmann, Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Klattenhof, den Brief ins Kreishaus. Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille erhielt eine Kopie. Darin heißt es zunächst, dass sich die Dorfgemeinschaft sehr darüber gefreut hat, dass „unser seit Jahrzehnten vorgetragener Wunsch nach besser Radwegerschließung“ erfüllt wird.

Die Bewohner seien auch bereit gewesen, „ein gewisses Maß an Behinderung durch die Baustelle hinzunehmen“. Für den anfangs zögerlichen Ablauf der gesamten Bauarbeiten fehle jedoch jedes Verständnis, heißt es in dem Brief. Verärgert sind die Bürger vor allem, weil sie weder im Ort, noch im Stühe oder nach Brettorf hin Fortschritte sähen. Auch auf der anderen Seite der Baustelle, im Ganderkeseer Ortsteil Immer, wächst die Ungeduld: „Vielen bei uns dauern die Baumaßnahmen zu lange“, sagt Ute Holschen, Vorsitzende des Orts- und Heimatvereins Immer-Bürstel.

Vor allem für die zwei selbst vermarkenden Betriebe sei die Situation schädlich. Um diese zu erreichen, müsse man jetzt in eine Sackgasse fahren, der Durchgangsverkehr komme dort nicht mehr vorbei. „Die Betriebe verlieren 80 bis 90 Prozent ihrer Kunden, und die meisten davon kommen auch nicht mehr wieder“, beurteilt Anwohner Götz Neuber die Situation.

Dazu kommt eine weitere Behinderung für die Verkehrsteilnehmer. Durch die Bauarbeiten im Windpark Haidhäuser sei die Zuwegung von und zur Bundesstraße 213 gesperrt. In dem Brief wird kritisiert, dass die Sperrung öffentlicher Wege durch private Sicherheitskräfte rigoros kontrolliert werde und Passanten fotografiert würden.

Die Bürger wollen Druck machen, damit die Bauarbeiten beschleunigt werden. Bode stellt fest: „Die Asphaltarbeiten sind zwei Monate in Verzug.“ Eine Vertragsstrafe für die zuständige Baufirma Bassumer Tief- und Straßenbau (BTS) könne es derzeit jedoch noch nicht geben, vermutet er: „Ich gehe von einer vereinbarten Vertragsstrafe aus, die aber nur für den Endtermin gilt.“

Quelle NWZ 14.07.2016, Nils Cordes

Eine Dötlinger Rose für den Gast

11.07.2016

FDP-Landtagsfraktionschef Christian Dürr informiert sich über Projekte

Vorstandsmitglied Thea Freiberg berichtete von den Plänen, die Poppe-Schmiede zu einem Museum zu machen. Aber auch die Zukunft der Kunst liegt ihr am Herzen.

DÖTLINGENZwei große Projekte hat die Dötlingen-Stiftung erfolgreich auf die Beine gestellt: Heuerhaus und Müller-vom-Siel-Kate wurden nicht nur erfolgreich saniert – beide tragen sich auch selbst. Aber die Stiftung hat noch mehr vor. Von den Plänen berichtete Freiberg am Freitagmorgen dem FDP-Fraktionsvorsitzenden im niedersächsischen Landtag, Christian Dürr (Ganderkesee). Dürr war mit zahlreichen FDP-Vertretern aus Gemeinde und Kreis nach Dötlingen gekommen, um sich über die Arbeit der Stiftung zu informieren.

Die Stiftung, so Thea Freiberg, Vorstandsmitglied der Stiftung, möchte als nächstes Projekt gerne die Poppe-Schmiede an der Neerstedter Straße zu einem Museum umgestalten. „Die Schmiede ist noch vollständig erhalten. Es gibt die tolle Schlosserei mit allen Geräten. Es sieht aus, als ob der Schmied gerade gegangen wäre“, schwärmt Freiberg. „Das wäre wieder ein Punkt, der sehr gut angenommen werden könnte.“

Der Ort sollte aber nicht nur mit der Vergangenheit punkten, meint Freiberg. Ein ganz modernes Gebäude für die Kunst würde ihm auch gut zu Gesicht stehen, findet sie. Ein Gebäude, an dem man zeigen kann, wie die Zukunft aussehen wird.

Ohne Unterstützung aus der Politik, das machte Freiberg auch deutlich, könne die Stiftung ihre Aufgabe aber nicht erfüllen. Bei der Restaurierung der Müller-vom-Siel-Kate habe sie auf 40?000 Euro aus dem Leader-Förderprogramm verzichten müssen, weil das Land beim Innenausbau Konflikte mit dem Denkmalschutz sah. Hier wünschte sich Freiberg Unterstützung vom Landespolitiker Dürr, dem sie eine Dötlinger Rose aus Tiffany-Glas überreichte. Diese Rosen fertigt Erich Maser an, der derzeit seine Glaskunst in der Müller-vom-Siel-Kate ausstellt.

Auch für Thea Freiberg gab es Blumen, allerdings nicht aus Glas. Mit einem bunten Strauß gratulierte der Chef der FDP-Kreistagsfraktion Ernst-August Bode Freiberg zur kürzlich erfolgten Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik.

Die Stiftung wird sich weiter um Kunst und Kultur in Dötlingen kümmern. Denn, so Freiberg: „Wenn Dötlingen die Kunst nicht hätte, wäre hier ganz wenig los.“

Quelle NWZ vom 09.07.2016

Ratsfraktion tritt komplett an

22.06.2016

Die dreiköpfige FDP-Ratsfraktion im Dötlinger Gemeinderat stellt sich am 11. September wieder dem Votum der Wählerinnen und Wähler in der Gemeinde. Dazu kommen drei weitere Kandidaten und eine Kandidatin, so dass die Liberalen mit sieben Personen antreten. Dabei ist die Liste noch nicht geschlossen, wie der FDP-Vorsitzende (und Fraktionschef) Claus Plate am Montagabend bei der Versammlung im Dötlinger Hof betonte. Von daher könnte das Kandidatenteam noch größer werden. 2011 waren die Liberalen auch mit sieben Kandidaten angetreten.

Auf Platz eins der Liste steht Fraktionschef Plate aus Brettorf. Auf Platz zwei befindet sich mit Constanze Wegjahn ein neues Gesicht aus Dötlingen. Danach folgen Wieland Garms (Brettorf) und Helge Vosteen (Neerstedt). Auf Rang fünf ist Ratsherr Dierk Garms zu finden, danach Annett Bode aus Ostrittrum (bis 2011 im Rat gewesen) und schließlich der Dötlinger Ratsherr Eckehard Hautau.

„Sehr gut“, zeigte sich Vorsitzender Plate mit der Mischung der Kandidaten zufrieden. Er verwies auf die erfahrenen Kommunalpolitiker, über die die FDP verfüge und deren Kompetenz in Haushalts- und Wirtschaftsfragen. Aber auch alle anderen Felder – wie Bildung und Kinderbetreuung – decke die Partei ab.

Für die nächste Zeit kündigt die FDP eine Handzettelaktion unter der Überschrift „Gemeinsam sind wir Dötlingen“ an. Dabei werden die Bürger gebeten, ihre Ideen für die Gemeinde zu äußern. „Hören, was ist, machen, was geht“, ist der Slogan der FDP dazu.

Im Anschluss an die Kandidatenkür ließ die FDP ihre Mitgliederversammlung folgen. Der Vorsitzende Claus Plate wurde im Amt bestätigt. Die stellvertretenden Vorsitzenden sind Constanze Wegjahn und Folkhard Steenken, Schatzmeister Helga Vosteen, Schriftführer Sven Freese, Beisitzer Annett Bode, Marianne Mennen, Wieland Garms sowie Geschäftsführer Hartmut Schütte. Katrin Freese und Annett Vosteen sind für Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Inhaltlich lehnt die FDP die Planung für das Gewerbe- und Industriegebiet in Hockensberg (Brakland) eindeutig ab. „Es gibt keine Argumente, die uns überzeugen können, dieses Gebiet zu erschließen“, betonte Claus Plate die Position.

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